1913-12-20-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R 14083
Zentraljournal: 1913-A-25202
Erste Internetveröffentlichung: 2017 November
Edition: Armenische Reformen
Telegramm-Abgang: 12/20/1913 07:40 PM
Telegramm-Ankunft: 12/20/1913 11:15 PM
Praesentatsdatum: 12/21/1913 a.m.
Laufende Botschafts/Konsulats-Nummer: Nr. 697
Zustand: A
Letzte Änderung: 11/19/2017


Der Botschafter in Konstantinopel (Wangenheim) an das Auswärtige Amt

Telegraphischer Bericht


Constantinopel, den 20. Dezember 1913

Heute und morgen finden die entscheidenden Beratungen des Ministerrats statt über die Antwort auf die deutsch-russischen Vorschläge zur Armenierfrage. Großwesir wird dort mit seinem Rat zu Entgegenkommen auf den Widerstand seiner jüngeren Kollegen stoßen, die durch die russischen Drohungen wegen der Militärmission schwer gereizt sind. Ich habe vorgestern Talat, Halil und Kriegsminister und heute noch den Großwesir nachdrücklich auf den Zusammenhang zwischen Armenierfrage und der Frage der deutschen Mission aufmerksam gemacht. Ein deutsch-russisch-türkischer Akkord betreffs Armeniens werde vermutlich auch dem Zwist wegen der Mission seine Schärfe nehmen. Weise die Pforte die deutsch-russischen Anträge zurück, so werde Rußland die armenische Frage als Vorwand benutzen, um sich an der Türkei wegen der Berufung des Generals Liman zu rächen. Deutschland könne dann der Türkei nicht beispringen, da es ja in der Armenierfrage an Rußland gebunden sei.

[Wangenheim]


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