1915-08-29-DE-001
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Quelle: DE/PA-AA/R14087
Zentraljournal: 1915-A-27584
Erste Internetveröffentlichung: 2003 April
Edition: Genozid 1915/16
Praesentatsdatum: 09/21/1915 p.m.
Zustand: A
Letzte Änderung: 07/14/2013


Der Leiter der "Nachrichtenstelle für den Orient" (Oppenheim) an den Reichskanzler (Bethmann Hollweg)

Bericht



Damaskus, den 29. August 1915.

Djemal Pascha hat wiederholt Veranlassung genommen, mit mir über die armenische Frage zu sprechen, und seine Offiziere beauftragt, mir aus den Akten nähere schriftliche und mündliche Angaben über die Entwickelung derselben im Bereiche der IV. Armee zu machen. So wurden mir insbesondere die in Uebersetzung beigeschlossenen, von Djemal Pascha erlassenen Befehle hinsichtlich der Behandlung der ausgewiesenen Armenier übergeben. Ich habe Djemal Pascha geraten, hier und in der Zentrale in Konstantinopel alles auf die armenische Frage bezügliche Material sammeln zu lassen und daraus bei sich bietender Gelegenheit eine aktenmäßige Darstellung zu veröffentlichen, damit türkischerseits den zweifellos nicht ausbleibenden Anklagen rechtzeitig entgegengetreten werden kann.

Auf meinen Reisen in der asiatischen Türkei habe ich mich viel mit den Armeniern beschäftigen müssen. Ich bedauere, dass mein Urteil über dieselben – übrigens in Uebereinstimmung mit den meisten Deutschen in diesen Gegenden – ein sehr schlechtes ist.

In früheren Zeiten, bis in die hamidistische Periode hinein, haben die Armenier mit ihren türkischen Herren nicht schlechter gestanden als die übrigen christlichen Ottomanen. Im Gegenteil wurden gerade sie bei der Besetzung von gewissen Beamtenstellen bis zu den Ministern in weitreichendem Masse herangezogen. Die tiefgehende Spaltung und der Hass zwischen Türken und Armeniern sind erst neueren Datums. Meines Erachtens sind diese in erster Linie die Folge der um die Mitte des 19ten Jahrhunderts begonnenen amerikanischen und englischen Missionstätigkeit, sowie der hetzerischen Wühlarbeit der russischen, englischen und französischen Konsuln. Die halbgebildeten Armenier, die alsdann in Europa und Amerika moderne Zivilisation kennen gelernt und revolutionäre Ansichten, den Gedanken an die Wiederaufrichtung eines im Grunde seit Jahrtausenden nicht mehr bestehenden armenischen Grosskönigreiches eingesogen hatten, impften den Baccillus der Unlust und Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen Verhältnissen, in die Heimat zurückgekehrt, ihren Landsleuten ein. Die zur hamidistischen Zeit als Gegenreaktion gegen die armenischen Umtriebe vorgefallenen Massacres trugen naturgemäss das ihrige dazu bei, und so entwickelte sich, zumal aufgrund der nationalen Eigenart der Armenier, ein immer schlechter werdendes Verhältnis zwischen diesen und den umwohnenden muhammedanischen Elementen wie der türkischen Regierung. Die unbestreitbare handfertige und zum Teil auch intellektuelle Ueberlegenheit der Armenier gegenüber den Muhammedanern, ihre im Geschäftsleben sprichwörtliche Verschlagenheit, ihre Intrigensucht, Selbstüberhebung und revolutionärer Sinn, vor allem die von ihrer Seite dauernd betriebene Auswucherung ihrer Umgebung und in der letzten Zeit ihre offensichtlich zur Schau getragene Türkenfeindlichkeit verschärften die Spannung.

Die gemeinsame Arbeit einer Reihe von Armeniern mit den Jungtürken in Europa zum Sturze des hamidistischen Regimes schien eine Besserung des Verhältnisses herbeiführen zu sollen. Die neuen jungtürkischen Herren zeigten den Armeniern das grösste Entgegenkommen, sowohl in Konstantinopel – durch Uebergabe zahlreicher Minister- und anderer Beamtenstellen – als auch in der Provinz.

Die Gegenrevolution brachte erneut eine kritische Zeit für die Armenier: es kam zu den Massacres von Adana. Aber sehr bald gestaltete sich das Verhältnis wieder besser. Ich habe noch in den letzten Jahren in Syrien und Mesopotamien viele armenische Soldaten und Gendarmen gesehen, die von ihren muhammedanischen Kameraden wirklich brüderlich behandelt wurden. Die ausserordentlich entgegenkommende Haltung der Türken überdauerte den Balkankrieg, trotz der damals mit den christlichen Soldaten und besonders den Armeniern gemachten schlechten Erfahrungen. Vereinzelte armenische Offiziere haben sogar jetzt muhammedanische Truppenteile am Kanal befehligt und die Tapferkeitsmedaille erhalten, zum Teil vor türkischen Stabsoffizieren. Erst in einer späteren Phase des Krieges wurden die armenischen Soldaten entwaffnet und Arbeiterbataillonen zugeteilt.

Nichtsdestoweniger haben sich schon bei Beginn des gegenwärtigen Weltkrieges die Armenier im Grunde überall auf die Seite der Feinde der Türkei und Deutschlands gestellt. Sie sind vor und nach der türkischen Kriegserklärung in grosser Anzahl als Freiwillige zu den Fahnen der Franzosen, Engländer und Russen eingetreten. Bei der im Interesse der Tripleentente von Scherif Pascha in Paris angezettelten Verschwörung haben die Armenier eine grosse Rolle gespielt. Am Kaukasus haben sie ihr Möglichstes getan, um die Russen zu unterstützen: ganze Dörfer haben sich zum Feinde geschlagen, haben ihm Führerdienste geleistet usw. In der Gegend von Van und im östlichen Kleinasien wurde es bald klar, dass es sich um eine von langer Hand gemeinsam mit dem Feinde vorbereitete Aktion handelte, um die türkische Herrschaft abzuschütteln. Die Ereignisse von Van sind bekannt. Zahlreiche türkische Beamte, Offiziere und Privatpersonen haben mir von den blutigen, abstossenden Greueln berichtet, die die Armenier an den Muhammedanern in Van und Umgegend begangen haben. Russische und armenische Soldaten und Offiziere haben die türkischen Armenier eingedrillt. Die Türken hatten und haben in weiten Gebietsteilen gegen ihre Armenier, die zu regelrechten Truppen unter russischem Oberbefehl geworden waren, zu kämpfen. In Diarbekir und anderen kleinasiatischen Städten hat man die Fäden einer militärisch gegliederten Verschwörung aufgedeckt: die angesehensten Armenier waren als Hauptleute, Obersten usw. bestimmt. In Kellern von Notabeln und selbst von Bischöfen (Mardin) sollen russische Waffen und Bomben gefunden worden sein, ebenso wie Uniformstücke, um die Armenier als Kämpfer für die Freiheit und Russland kenntlich zu machen. Bezeichnend ist die Ankündigung der Vaner Ereignisse, sowie der Machenschaften in Zeitun und am Golf von Alexandrette in einer Lausanner Zeitung (von der mir Djemal Pascha sprach), noch bevor dies alles erfolgt war.

Der Zusammenhang der westlichen Armenier im Gebiete von Adana, Zeitun usw. mit denjenigen des östlichen Kleinasiens ging aus verschiedenen Indizien hervor. In Zeitun, dem armenischen Bergnest nördlich Marasch, organisierte sich in diesem Frühjahr eine Bande, die durch desertierte armenische Soldaten verstärkt, die Frechheit ihrer Ueberfälle Ende März sogar auf einen von Gendarmen begleiteten Munitionstransport, der von Marasch nach Zeitun unterwegs war, ausdehnte. Es bedurfte der Entsendung von 4 Bataillonen, um die in einem Kloster nahe der Stadt verschanzten Rebellen zu vertreiben. Gleichzeitig machte sich das chronische Bandenunwesen in den zilizischen Bergen lebhafter bemerkbar. Verschiedentlich wurden Gendarmen und Soldaten auf der Etappenstrasse Osmaniè - Radju in Hinterhalte gelockt und ermordet. Allerhand verdächtige Anzeichen wurden besonders unter der armenischen Küstenbevölkerung am Golf von Alexandrette beobachtet: bei der vorübergehenden feindlichen Landung, die zur Zerstörung der Bahnlinie vor Alexandrette führte, waren zweifellos Spionen- und sonstige Hilfsdienste geleistet worden; in Dortiol wurde ein armenischer Spion gefasst, der mit reichen Geldmitteln ausgestattet, auf dem englischen Kreuzer Doris von Cypern herübergekommen war. In der gleichen Gegend wurden mehrere Kisten mit Munition italienischen Ursprungs versteckt aufgefunden.

Die Häufung dieser und anderer Einzelfälle musste bei den massgebenden türkischen Stellen die Befürchtung erwecken, dass auch hier im Westen im Falle einer feindlichen Landung die Armenier sich in gemeinsamer Erhebung dem Feinde anschliessen würden. Gerade hier, am Golf von Alexandrette und bei Mersina, war eine solche Landung in erster Linie zu erwarten. Die Konsequenzen im Zusammenhang mit einem grossen armenischen Aufstand hätten unabsehbar werden können: im Besitze der Uebergänge über den Zeihun und den Djihan und des zilizischen Berglandes hätte der Feind Kleinasien und die europäische Türkei von der ganzen südlichen und südöstlichen Hälfte des Reiches abgetrennt; der egyptische Feldzug wäre bis zur Wiedervertreibung der Eindringlinge unmöglich geworden. Von den möglichen Wirkungen auf gewisse arabische Gebietsteile des Reichs gar nicht zu reden.

Dem musste unter allen Umständen vorgebeugt werden, und dies konnte, wie mir Djemal Pascha und seine Offiziere immer wieder versicherten, in wirklich durchgreifender Weise nur dann geschehen, wenn man überall die gefährlichen Majoritäten der Armenier in ungefährliche Minoritäten verwandelte und sie insbesondere aus der strategischen Gefahrzone überhaupt entfernte. Zu diesem Zwecke sollten, nachdem einmal in Konstantinopel grundsätzlich die Massendeportationen der Armenier beschlossen waren, im Bereiche des IV. Armeekorps zunächst die armenischen Bewohner der Dörfer (nicht der grossen Städte) von der Küste an in kleineren Gruppen von wenigstens 25 - 30 Familien, derart dass jeder Wiederzusammenschluss unmöglich würde, bis tief in das Binnenland hinein verschickt werden.

Bei aller Strenge seines Vorgehens gegen die Armenier hat Djemal, wie er mir an der Hand der erwähnten Unterlagen erklärte, vom ersten Augenblicke an Befehle erteilt, um bei Ausführung der im Staatsinteresse gebotenen Massregel jede unnötige Härte zu vermeiden, ausserdem aber um jede Einmischung der Zivilbevölkerung und damit Massacres zu verhindern. Alles sollte nur durch die Militär- und Zivilbehörden erfolgen.

Das erste Dokument (Anl. I) ist ein Manifest vom 16. März a.St., das den Zweck hatte, durch Strafandrohungen Ausbrüchen der immerhin berechtigten Erregung der muhammedanischen Bevölkerung in der Umgebung von Zeitun gegen die schwer kompromittierten Armenier dieser Stadt vorzubeugen. Am 2. April a.St. erging der allgemeine Deportationsbefehl Djemal Paschas (Anl. II), der zuerst auf Zeitun Anwendung fand. Die Ausgewiesenen wurden von hier nach Konia gebracht. Alsdann wurde nach und nach die Küste gesäubert; mit verschärfter Strenge und in beschleunigtem Tempo, nachdem durch den Eintritt Italiens in den europäischen Krieg und seine noch ungewisse Haltung gegenüber der Türkei zu der bisherigen Landungsgefahr noch eine solche von italienischer Seite getreten war. So wurden Dortiol, Erzin, Hassanbeyli, Hadjin, Albistan und andere Plätze geräumt, und die dortigen Armenier nach Nordmesopotamien, nach der Gegend von Rakka am Euphrat abgeschoben. Auch hierbei wurde der ernste Wille Djemal Paschas, Ausschreitungen zu vermeiden, durch eine Reihe von Erlassen dokumentiert (Anl. III: Erlasse vom 28. April, 25. Mai, 4. und 10. Juni a.St.). Dass trotzdem Uebergriffe der unteren Militär- und Zivilstellen vorgekommen sind, liegt bei den obwaltenden Umständen auf der Hand. Eine von dem Patriarchen von Sis an Djemal Pascha gerichtete Beschwerde ist denn auch der Hauptgrund für die Reise Djemal Paschas nach Aleppo im Juni d.J. gewesen. Djemal Pascha ordnete sofort Untersuchungen an, erliess jedoch noch vor Abschluss derselben einen scharfen Zirkularbefehl an die in Betracht kommenden Wilajets (Anl. IV), in dem er die von dem Patriarchen von Sis berichteten Uebergriffe, die er selber genau aufzählt, ohne weiteres als wirklich vorgekommen voraussetzt, allen Behörden ihre Verantwortlichkeit für Leben, Ehre und Eigentum der verbannten Armenier erneut einschärft und die Ueberwachung der Ausführung dieses Erlasses durch besondere, unangemeldet revidierende Offiziere ankündigt.

Anfänglich haben die Armenier ihrem Abtransport keinen Widerstand entgegengesetzt. In jüngster Zeit sind die Militärbehörden jedoch bei der Durchführung ihrer Aufgabe verschiedentlich auf Schwierigkeiten gestossen, so besonders bei der Räumung des armenischen Teiles der Stadt Marasch, aus der 5 – 600 Ausgewiesene nach Funschlik (südlich Marasch) flüchteten, wo sie sich verschanzten; sie wurden dort von dem gegen sie entsandten Militär nahezu bis auf den letzten Mann niedergemacht. Ferner haben die Armenier aus Antiochien, um ihrer Abführung zu entgehen, sich im Gebirge versteckt, wo sie noch gesucht werden. Augenblicklich ist ein Transport von 12000 Armeniern über Damaskus nach dem Süden, und zwar dem südlichen Hauran und den Gegenden östlich Kerak an der Hedjazbahn im Gange. Ich habe selbst einen solchen Transport am späten Abend Damaskus passieren sehen. Es waren etwa 500 Menschen jeden Alters; sie waren von Aleppo gekommen, auf Karren und allen möglichen Reittieren; niemand war zu Fuss, auf einer stattlichen Anzahl von Kamelen waren die Habseligkeiten aufgeladen. Der Zug war von Gendarmen begleitet. Die Transportierung per Bahn wird angestrebt; bei den grossen Schwierigkeiten, mit denen die Bahn, zumal im Hinblick auf die Heizungsmöglichkeiten der Maschinen zu kämpfen hat, ist diese jedoch kaum möglich. Auch zwischen Adana und Aleppo habe ich Armenier in ähnlicher Art reisen sehen.

Nach wie vor werden zweifellos bei der Vertreibung aus der Heimat, auf den Transporten und bei der Neuansiedelung des armenischen Volkes Härten, unvermeidliche Grausamkeiten, fürchterliche Familiendramen vorkommen. Bei der Anweisung der neuen Wohnsitze wird gewiss nicht immer an die Sicherheit und die Möglichkeit des weiteren Fortkommens der Armenier gedacht werden. Dieses ist nicht einmal in früheren Zeiten bei den Muhadjirs, den aus religiösen Gründen aus Gegenden, die von christlichen Eroberern besetzt wurden, geflüchteten Muhammedanern geschehen. Ich brauche nur an die bei Ras el Ain (meinem Tell Halaf) vor 40 Jahren angesiedelten 40000 Tschetschen (Zirkassier) zu erinnern, die seitdem auf Grund von Fieber, Metzelungen durch die umwohnenden nomadisierenden Raubbeduinen usw. auf kaum 1000 Seelen zusammengeschmolzen sind. Das menschliche Mitgefühl legt es dem Europäer sicherlich nahe, das Schicksal so vieler jedenfalls unschuldig Getroffener zu beklagen und an eine Abhilfe zu denken. Aus staatsmännischen Gründen muss man es jedoch verstehen, dass die Türken in diesen schweren Zeiten sich mit allen Mitteln gegen die Armeniergefahr zu schützen suchen.

Die von mir im Bezirke Adana gesprochenen Deutschen, vor allem der Oberigenieur Winckler, wie später Oberingenieur Föllner in Aleppo, waren mit mir der Ansicht, dass die Türken in diesen Gebieten aus Selbsterhaltungspflicht gezwungen waren, gegen die Armenier vorzugehen. Die Türken kämpfen ihrerseits jetzt um ihre Existenz; diejenigen, welche die Armenier verleitet haben, in diesem Augenblick mit den Feinden der Türkei gemeinsame Sache zu machen, sind in erster Linie Schuld an dem Unglück derselben. Es wäre eine unverzeihliche Nachlässigkeit der türkischen Machthaber gewesen, wenn sie nach den Erfahrungen in Van nicht schon der blossen Möglichkeit eines ähnlichen Verrates im Westen, der noch viel verhängnisvoller hätte werden müssen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vorgebeugt hätten, solange es noch Zeit war.

Gewiss werden das schwere Schicksal der Armenier und die wohl unausbleiblich vorgekommenen Grausamkeiten bei der Erfüllung desselben von den Feinden uns Deutschen mit zur Last gelegt werden, ebenso wie man uns in diesem Kriege so manchen anderen Makel ungerechtfertigter Weise aufzudrücken versucht hat. Ich lebe der Ueberzeugung, dass wir weder an der Zentrale in Konstantinopel noch in der Provinz imstande wären, den felsenfesten Willen der türkischen Regierungsstellen, sich gegen die Armenier zu schützen, vielleicht sogar mit diesen jetzt ganz oder teilweise aufzuräumen, zu ändern. Als Verbündete der Türken durften wir uns ihnen bei ihren Vorsichtsmassregeln den Armeniern gegenüber, zumal im Bereiche der IV. Armee, nicht widersetzten. An freundschaftlichen Ermahnungen, bei der Ausführung dieser Sicherheitsvorkehrungen mit möglichster Milde zu verfahren, hat es auch deutscherseits nicht gefehlt; ich selbst habe damit nicht gespart.

Die Ansicht, dass die Vertreibung der Armenier die Araber zu Aufständen veranlassen könnte, teile ich nicht. Die muhammedanischen Araber stehen den eingeborenen Christen und vor allem den Armeniern gegenüber im Gegensatz. Die anderen christlichen Ottomanen sind so wie so wohl sämtliche mehr oder weniger türkenfeindlich, werden sich jedoch in diesem Kriege, zumal wenn der Sieg bei den Waffen der Türken und deren Verbündeten verbleibt, nicht rühren.

Uns Deutschen gegenüber waren die denkenden Armenier, gleichgültig, ob orthodox, katholisch oder protestantisch, abgesehen von wenigen Ausnahmen, im Grunde ihres Herzens stets feindlich gesinnt: sie wussten, dass wir das türkische Reich stärken wollten, während sie auf dessen Vernichtung hinarbeiteten.


Max Oppenheim


Anlage 1

16 mars 1331 v.s.

Manifeste.


1. Certains faits de brigandage se sont produits à Zeitoun. Des mesures militaires nécessaires ont été prises et s’exécutent à ce sujet.

2. Le bien et la vie et l’honneur de la population arménienne et musulmane sont sous la sauvegarde du Gouvernement Ottoman. Ils peuvent être convaincus qu’ils ne seront l’objet d’aucune oppression et peuvent vaguer tranquillement à leurs affaires et travaux.

3. Tout musulman qui se portera à des voies de faits contre un arménien sous n’importe quelle raison et prétexte sera accusé de brigandage et livré de suite à la cour martiale. Nul individu ne devra intervenir, soit d’une façon directe ou indirecte, aux mesures prises par le Gouvernement et à ses poursuites.

4. Décisions étant prises d’agir sévèrement contre les actes de brigandage pour qu’aucune accusation ne soit portée à l’égard de la population soumise et innocente et pour qu’aucun malentendu ne puisse exister entre elle et le Gouvernement. La population devra se soumettre immédiatement aux prescriptions faites par les autorités militaires.


Anlage 2

Extrait d’un ordre communiqué au Commandant Gérant de la IV. Armée. du 2 avril 1331 v.s.

Voici mon point de vue:


1. Tout groupement arménien existant dans la zone de la IV. Armée et pouvant être dangereux à l’avenir doit être dispersé.

2. Cette opération doit être faite du littoral vers l’intérieur. Par conséquent, les mesures seront appliquées tout d’abord à Deurtjol, Alexandrette et environs, ensuite à Hadchine et Sice et dans d’autres endroits.

3. Individuellement tout arménien est notre compatriote. Par conséquent, ces mesures en se basant sur les considérations politiques et sociales ne doivent nullement influencer le droit individuel et ne devront donner lieu à aucune idée de vengeance.

4. On installera des immigrés musulmans aux localités évacuées des arméniens.

5. L’installation et l’aisance de la population arménienne est aussi importante que celles des émigrés musulmans. Surtout on devra sauvegarder leur sécurité.

6. Les arméniens devront être expulsés à des localités qui, tant en étant loin des groupements arméniens, renferment et même temps les conditions vitales qui leurs sont nécessaires.

7. Veuillez communiquer mes points de vue aux Valis d’Alep, d’Adana et aux Moutessarifs de Marach et de Zor.


Anlage 3

Dépêche du Gouverneur de Marache à S.E. Djemal Pacha Commandant de la IV. Armée et Ministre de la Marine.


28 avril 1331.

J’ai communiqué vos ordres aux missionnaires américains de Marache.

Ils sont assurés de l’attitude du Gouvernement et des habitants en ce qui concerne leur vie et leurs biens. Ils n’ont rien à craindre et n’ont jamais porté des plaintes contre les prétendues attaques qu’ils n’ont jamais subies. Ils m’ont déclaré qu’ils s’adresseront à Votre Excellence s’ils ont quelques plaintes à faire.


Dépêche de Son Excellence Djémal Pacha. Commandant de la IV. Armée et Ministre de la Mariné a S.E. Fahri Pacha son remplaçant à Erzine.


25 mai 1331.

Je vous prie de faire attention à ce que les personnes éloignées à cause de leur opinion politique soient traitées selon leur position sociale et qu’elles accompagneront leurs familles.


Dépêche de S.E. Djemal Pacha, Commandant de la IV. Armée et Ministre de la Marine à S.E. Fahri Pacha son remplaçant à Bilan


4 juin 1331.

Les malades et les femmes enceintes et quelques personnes pour les soigner ne seront pas éloignées tout de suite. Leur départ sera ajourné provisoirement. Les familles arméniennes qui seront éloignées doivent être transportées comme nos propres troupes c.a.d. par échelon et leur nourriture ainsi que leurs moyens de voyage doivent être réglés comme pour nos militaires.


Dépêche de S.E. Djémal Pacha, Commandant de la IV. Armée et Ministre de la Marine à S.E. le Gouverneur Général du Vilayet d’Alep.

10 juin 1331.

Des raison militaires m’obligent d’éloigner la majeure partie des arméniens de Dortjol et de Hassanbeyli.

L’intérêt du pays exige que ces arméniens soient transportés et réinstallés avec les plus grande soins.


Anlage 4

Publication aux vilayets.

Malgré les ordres et communiqués que j'ai donnés pour que la population arménienne expédiée en différents endroits ne soit soumise à aucune oppression et mauvais traitement, j'apprends des faits regrettables qui se sont produits.

Ci-dessous quelques détails que j'ai reçus jusqu'à présent à ce sujet:

1. Une oppression a été faite pendant la recherche d'armes et un certain nombre d'arméniens ont dû acheter des armes à des prix très élevés de leurs voisins turcs et circassiens pour les livrer au gouvernement.

Un certain nombre de leurs chevaux et de leurs effets de valeur ont été volés.

Sous prétexte qu'ils seront rationnés en route ils ont été laissés sans pain et sans eau.

Ils ont subi de la part des fonctionnaires chargés de les accompagner un traitement sévère et inutile tel que des in-sultes et des voies de faits.

Pendant leurs étapes ils ont dû se suffire des 25-30 Drames de pain et une solde de 25 paras par jour.

Les employés et professeurs des écoles et orphelinats armé-niens ont subi le même traitement que la population indigène au lieu d'être renvoyés dans leurs provinces. On ne laissa même pas à certains d'entre eux le temps de prendre leurs effets. A Gueban des femmes ont été convoquées au moment où elles faisaient leurs lessives et durent se mettre en route pieds-nus et sans avoir pu emporter les linges qu'elles avaient lavés.

Certains pères de familles ont été expédiés à des endroits séparément de leurs femmes et enfants. Et par manque de moyens de transport, certaines femmes ont dû se débarrasser de leurs enfants comme d'une charge inutile et les ont laissés au bord d'une route ou au revers d'une haie et même certaines entre elles essayèrent de les vendre.

La permission de faire venir leurs bêtes qui se trouvaient à quelque distance de leurs lieux d'habitation leur a été refusée.

De pareils traitements portent atteinte à notre honneur na-tio-nale et forment une tâche au nom de l'Ottomanisme. J'at-tire donc l'attention des autorités compétentes à ce sujet.

2. Enquêtes sévères doivent être faites immédiatement au sujet de tous ces événements et les fauteurs de troubles seront punis pour cette fois de réprimande. Tous ceux qui commettraient des actes pareils seront considérés par moi comme des Ottomans indignes de ce nom et livrés à la cour martiale sous inculpation de traîtrise de la Patrie.

3. Avant le déplacement de la population arménienne un délai fixe leur sera donné et au moment de l'expulsion ceux qui auront des voitures et des chevaux en profiteront pour leur voyage. Le Gouvernement procurera des moyens nécessaires de transport pour les autres.

4. Les malades resteront jusqu'à leur guérison, à l'endroit où ils se trouvent.

5. La population sera expédiée avec une escorte de gendar-merie et aisément. Une solde de 50 Paras aux adultes et aux hommes et de 30 Paras aux enfants sera donnée s'ils sont indigents.

6. Les gendarmes et les employés faisant partie de leur escorte sont responsables de leur vie, de leurs biens et de leur honneur.

7. Aux endroits où ils seront établis tout leur nécessaire sera assuré et tous seront sous la protection et affection du Gouvernement.

Je m'assurerai de l'exécution absolue de ces ordres par l'inspection de mes officiers en qui j'ai toute confiance. Nul ne sera informé de leurs enquêtes et suivant leurs rapports tous peuvent être assurés que je punirai de la façon la plus rigoureuse ceux qui agiront contre ces ordres.



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